Alleinstellungsmerkmale und modularer Aufbau bei Wellness-Anlagen

 

Alleinstellungsmerkmale und modularer Aufbau

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das sagt sich so leicht daher. Was aber, wenn neben dem familiengeführten Saunabetrieb mit Pomp und Getöse ein schniekes Wellnesshotel eröffnet? Geht einem der Spruch dann immer noch so leicht über die Lippen, wie in Zeiten als man ohne Mitbewerber allein auf weiter Flur stand? Oft ist es nicht leicht, sich abzuheben. Weder für den einen, noch für den anderen. Und noch weniger leicht, einen großen Trumpf im Ärmel zu haben. Ist das ganze Marketinggeschwätz von Alleinstellungsmerkmalen und modularem Aufbau nicht was für die Großen, die mindestens einen Menschen haben, der sich mit nichts anderen beschäftigt? Im Folgenden möchten wir einige Anregungen geben und Missverständnisse klären.

Kopieren ist sinnlos


Zunächst mal wollen doch alle der angesprochenen Beteiligten Geschäfte machen und es gilt , sich dem Wettbewerb und dem Markt zu stellen und zu bestehen. Das einfache Kopieren von vermeintlichen Erfolgskonzepten der Mitbewerber genügt dabei nicht. Dies führt allenfalls zur Marktteilung. Also ist Phantasie gefragt, um neue Ideen zu entwickeln und sich von der Konkurrenz abzuheben. Angesagt ist eine Analyse der Marktsituation und die einfache Frage: was habe ich anzubieten, was die Konkurrenz nicht hat? Es gilt, sich zunächst auf die eigenen Stärken zu besinnen; denn es muss nicht sofort in Richtung Neu-, oder Ausbau gedacht werden. Rainer Eckert, Badanlagen-Architekt aus dem fränkischen Langenzenn gibt dazu einen folgenden Denkanstoß. „Ganz wichtig und oft vergessen werden die bereits vorliegenden Qualitäten, die außerhalb der eigenen Grundstücksgrenzen liegen. Die Qualität der Lage der Anlage, der Blick nach draußen. Das muss man hervorheben. Das kann dem Gast auch als Alleinstellungsmerkmal nahe gebracht werden.“

Alleinstellungsmerkmale - einige Beispiele

Als Alleinstellungsmerkmal oder als veritabler Kundenvorteil gilt die herausragende Eigenschaft eines Angebots oder einer Dienstleistung, mit der ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz verbunden ist. Der Vorteil kann beispielsweise begründet sein in umfassenden familiären Kundendienstleistungen oder andere kleine, feine Dinge, die oft erst wirklich den Unterschied definieren. Als Trend sind seit zwei Jahren die Besinnung auf regionale Stärken und Merkmale zu verzeichnen: So setzt beispielsweise die Spreewaldtherme in Burg ganz auf regionale Angebote sei es im Wellness- im Spa oder Gastronomiebereich. Im Wellnessbereich steht die Spreewälder Holzbadewanne zur Verfügung und der Thermenshop bietet kleine Aufmerksamkeiten in Form von hauseigenen Wellnessprodukten, wie etwa Bodylotion, Duschcreme und Körperöl. Diese Produkte werden aus dem dortigen Sole-Thermalwasser, den besten Zutaten der Spreewälder Gurke, Leinöl, Beinwell und der jüngst entdeckten Alge aus dem Spreewald produziert. Die Meersburg-Therme am Bodensee hat sich entschlossen, an der Saunafitbar leichte regionale Küche anzubieten.

Andererseits stehen mittlerweile das Ausruhen nach dem Bad im Vordergrund: Ruheräume mit Tischchen und kleinen Leselampen stehen hoch im Kurs, die Inneneinrichtung ist sehr viel wichtiger als noch vor zehn Jahren. Eigenentwicklungen im Saunabereich werden von Gästen geschätzt und geliebt: Die Westfalentherme in Bad Lippspringe hat zum Beispiel ein eigenes Molke-Salzpeeling entwickelt. Auch kulturelle Aktivitäten können ein besonderes Merkmal sein. Dafür hat sich das Saunadorf Roetgen Therme entschieden und bietet unter anderem einen Moonlight "Gala-Aufguss", Ausstellungen und Kulturvorführungen an. Wenn nun die Bedeutung des Wortes betrachtet wird, ist schnell klar, dass jeglicher Betrieb, ohne Ansehen der Größe über Alleinstellungsmerkmale verfügt. Der Betreiber muss sie nur selber kennen und häufig noch besser herausstellen. Dies sollte nach Prinzip geschehen, „tu Gutes und rede darüber.“ Dem Gast muss dieses Alleinstellungsmerkmal dann auch nahe gebracht werden.

Modularer Aufbau

Das, was gestern ein überaus erfolgreiches Alleinstellungsmerkmal war, kann übermorgen schon veraltet sein. Da aber jeder Betreiber gezwungen ist, seine Investitionen ganz besonders im Blick zu haben, sollte er nur in klar strukturierte Module investieren. Ein modularer Aufbau ist vergleichbar einem Baukastensystem. So kann auf mittelfristig andauernde Trends flexibel reagiert werden und durch den Austausch des Moduls ein neues Profitcenter geschaffen werden. Der Vorteil: Betreiber müssen sich nicht auf Gedeih und Verderb einem einzigen, nicht oder kaum veränderbaren Alleinstellungsmerkmal sklavisch ausliefern.

 

Quelle: h+k professional - 4/2008

 

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