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Naturnahe Badegewässer
Eine
Verbindung von Ökologie und Ökonomie
Gesunder Badespaß
in einer natürlichen Umgebung? Kein
Problem, die Landschaft ist voller Badeseen.
Nicht die. Von Badeteichen in einer Saunalandschaft
oder in einem konventionellen Freibad ist
die Rede. Von Anlagen, die je nach Größe
einem Teich oder See ähnlich sind.
Kiesstrände führen in das Gewässer,
in dem sich z. B. unzählige Wasserflöhe
tummeln. Ein Widerspruch? Zur Klärung
dieser Frage sprach Martina Frenzel mit
Claus Schmitt von der „Wasserwerkstatt
Bamberg“.
Claus Schmitt beeilt sich zu versichern,
dass es kein Widerspruch sei, „aber
dennoch ist es kein ,normales‘ Gewässer“.
Die projektierte Technik einer Wasseraufbereitungsanlage
sorge im Hintergrund für eine gleich
bleibend hohe Wasserqualität. „Anders
als in herkömmlichen Freibädern
geschieht dies ganz ohne Chlor. Ein biologisch-mechanisch
arbeitender Filter sorgt hier für klares
Wasser.“ Diese spannende Möglichkeit
bietet sich auch in Zusammenhang mit Saunadörfern
oder anderen Saunaanlagen. Schmitt weist
in diesem Zusammenhang zunächst auf
den ökonomischen Aspekt hin. „Naturnahe
Badeteiche haben in Saunalandschaften im
Sommer einen ganz gravierenden Vorteil:
den des Umsatzbringers. Man hat dort eine
Klientel, die bereit ist, einen weitaus
höheren Eintritt zu zahlen als im Freibad
üblich“. Der Anreiz, in den Sommermonaten
Badeteich und Sauna zu nutzen, bringt Schmitt
zufolge eine wesentlich bessere Auslastung
der gesamten Anlage mit sich. „Hinzu
kommt, dass Saunabesucher vor dem Hintergrund
ihrer bereits vorhandenen gesundheitsbewussten
Haltung es stärker schätzen, in
ein naturbelassenes Wasser zu gehen.“
Ein solcher Naturbadeteich ist in einer
Saunadorf-Umgebung natürlich auch ein
wunderbares und wirksames Gestaltungsmerkmal.
Lohnend auch pekuniär ist solch ein
See ab einer Auslegung für 50 bis100
Tagesgäste, also etwa einer Größe
von 400bis 600 Quadratmetern. Die Anlagen
faszinieren auch und vor allem über
die Größe der Wasserfläche,
die erlebbar gestaltet wird.
Angesprochen auf den Naturbadesee als Freibad
führt Schmitt auch hier den ökonomischen
Aspekt ins Feld. „Ein Drittel günstiger
wird ein Naturbadesee oder Naturfreibad
gegenüber einem herkömmlichen
Freibad in der Regel sein. Und natürlich
ökologischer. Auch das hat wiederum
eine positive ökonomische Auswirkung.
Da das Wasser häufig in einem Bach
oder Vorfluter abgeschlagen werden kann,
sind die Folgekosten geringer, da es nicht
in den Kanal abgeleitet werden muss.“
Ein Nachteil muss genannt werden: Aufgrund
der Filterflächen bzw. Regenerationsflächen
ist für einen Naturbadesee gegenüber
einem konventionellen Freibad zusätzliche
Fläche dafür notwendig.
Oft werden bei der Diskussion über
naturnahe Badegewässer hygienische
Bedenken geäußert. Diese zu zerstreuen
fällt Claus Schmitt nicht schwer. „Das
ist ja gerade das Naturnahe, dass auftretende
Belastungen von den vorhandenen Mikroorganismen
wieder zersetzt und abgebaut werden. Überall,
wo die Gesundheitsämter von Anfang
an in die Planung und Ausführung mit
eingebunden waren, gab es auch keine Probleme.“
Eine große Rolle weist Schmitt auch
der Personalfortbildung zu. „Es muss
ein grundsätzlich anderer Ansatz in
den Köpfen des Freibadpersonals verankert
werden. Es muss (Wiederholung) nicht alles
desinfiziert und keimfrei gemacht werden.
Mit Chlor oder Ozon oder was auch immer.
Man lässt ein Gleichgewicht zwischen
förderlichen und schädlichen Mikroorganismen
einfach zu. Dieses Gleichgewicht gilt es
ständig zu erhalten oder auszubalancieren
und technisch zu unterstützen.“
Wenn ein Träger einen Planungsvorlauf
von idealerweise 8 Monaten bis zu einem
Jahr einkalkuliert, können Naturbäder
eine echte Alternative zu gechlorten Schwimmbädern
darstellen. Ebenso können sie in der
Umgebung von Saunalandschaften diese bedeutend
aufwerten.
www.wasserwerkstatt.com
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