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Der Besucher im Zentrum des Denkens und
Planens
Eigentlich ist es ja eine
Banalität, dass der zukünftige
Besucher einer Badanlage der indirekte Auftraggeber
eines Architekten ist. Der direkt Betroffene
ist natürlich der Betreiber. Aber kein
Gast kommt nach dem ersten Neugierbesuch
wieder, wenn es ihm nicht gefallen hat.
Diese gastzentrierte Herangehensweise ist
das Credo des Architekturbüros Eckert
aus dem mittelfränkischen Langenzenn.
Nationale und internationale Auftraggeber
beweisen, dass eine so gedachte und gestaltete
Architektur den Nerv der Zeit und vor allem
den Nerv der Besucher trifft.
Den pauschal zu beschreibenden
Besucher gibt es allerdings nicht. Daraus
zieht Rainer Eckert die Konsequenz, dass
er modular denkt und variantenreich plant.
Wenn es den Pauschalgast nicht gibt, dann
darf auch die Annahme formuliert werden,
dass Bedürfnisse der Besucher sich
über die Zeit hin verändern werden.
Auch das kann ein Architekt in seine Planung
mit einbeziehen. Das von Rainer Eckert geplante
Beispiel „Fürthermare“
zeigt, wie sich doch drei sehr unterschiedliche
Module in einer Badanlage erfolgreich vereinigen
lassen: ein Spaßbad, eine Therme und
eine Sauna.
Modular getrennt
„Äußerst
positiv wird von den Besuchern der besondere
Dreiklang von Spaßbad, Therme und
Sauna aufgenommen. Dabei handelt es sich
um eine komplette Trennung, inklusive getrennter
Umkleide und Gastronomie. Wer Action will,
der geht ins Spaßbad, und wer Entspannung
und Erholung sucht, der entscheidet sich
für die Bereiche Therme oder Sauna“,
erklärt der Geschäftsführer
des Betreibers Vitaplan Thermalbad, Rainer
Grasberger, den Erfolg des laufenden Betriebs
des Fürthermare. Und eine erste Auszeichnung
gab es für das im vergangenen Oktober
eröffnete Bad auch schon. Beim Bädertest
von Antenne Bayern belegte das Fürthermare
in den Kategorien, „Familienfreundlichstes
Bad“ und „Bestes Allround-Bad“
die Spitzenplätze. Chefreporter Michael
Watzke hatte dazu 21 große Bäder
im Freistaat getestet.
„Modulares Raumkonzept heißen
die Zauberworte“, erläutert Rainer
Eckert das Konzept. Nicht nur, aber auch
zur Orientierung der Besucher wurden unterschiedliche
Atmosphären gestaltet. Dem Erlebnisbad
liegt die Themenstellung Südsee und
Urwald zugrunde. Farblich wurde diese Anmutung
über Pflanzen und über die Wand-
und Bodenfarbe aufbereitet. Im Bereich des
Wassers setzt sich die Farbgebung ebenfalls
fort. Die gewählte Farben sind Grün
und Sand. „Um die natürliche
Atmosphäre zu unterstreichen, haben
wir uns für den badwassertauglichen
Naturstein Quarzit entschieden und diesen
dann noch polygonal verlegen lasen.“
Dementsprechend sind für die Therme
und den Saunabereich warme Erdfarben gewählt
worden.
Über das eigentlich
Badareal hinaus gedacht
Ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal
ist die Lage. Mitten in der Stadt gelegen,
ist das Fürthermare dennoch eingebettet
in eine Flussaue. Durch gekonnte Blicköffnungen
nach draußen „liegt der Gast
im Liegestuhl oder ist im Wasser und hat
einen unverstellten Blick auf die das Bad
umgebende Landschaft“, beschreibt
Rainer Eckert das Erlebnis. „Auch
in der Sauna ist permanent die Blickbeziehung
nach außen gegeben.“ Großzügige
Freiflächen setzen diese Blickbeziehung
im Inneren des Bades fort. Eine weitere
wesentliche Besonderheit zeigt Eckert im
Umgang mit den Ruheräumen auf: „Im
Saunabereich haben wir das Ganze auf die
Spitze getrieben, indem wir Kommunikations-
Ruhe- und Schlafräume anbieten. So
kann der Besucher seinem jeweiligen Bedürfnis
nachgeben und stört dabei niemand anderen.
Wir nennen das Ruhequalität.“
Wer es so schafft, die Wünsche des
Besuchers bei der Planung in den Mittelpunkt
zu stellen, der wird später im laufenden
Betreib mit hohen Besucherzahlen und damit
mit hoher Wirtschaftlichkeit belohnt. Und
wie die Ausführungen von Rainer Eckert
belegen, sind es die kleinen Gedanken, die
eine große Wirkung entfalten.
Quelle: h+k professional
- 4/2008
mehr Informationen unter:www.eckert-architekt.com
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Fürthermare

Fürthermare Spassbad

Fürthermare Therme
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