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Der Bauherr allein zu Haus – Consulting
ist für alle da
(fxaz) – Allenthalben
ist von Fachleuten zu hören, dass eine
intelligente Strategie das wirkungsvollste
Mittel ist, um die Zukunft eines Bades,
einer Therme oder Sauna im Wettbewerb erfolgreich
zu gestalten. Dabei muss sich jeder Badbauherr
heute in einem sehr komplexen Mix aus wirtschaftlichen,
strategischen, finanziellen, technischen,
kulturellen und politischen Rahmenbedingungen
zurechtfinden. Theoretisch sicherlich schon
lange kein Streitpunkt mehr. Aber wie sieht
es in der Praxis aus? Und wie wird die richtige
Strategie gefunden? Wo liegt der Ausgangspunkt
einer späteren Strategie? Was beinhalten
diese Strategieüberlegungen eigentlich
alles? Wer weiß dieses „alles“,
oder muss man das wirklich selber wissen?
Um schon mal ein wenig vorzugreifen, kann
gesagt werden, dass es manchmal reicht,
wenn man weiß, woher Wissen zu beziehen
ist. Eine sprudelnde Quelle des Wissens
ist Beratung oder Consulting. Um genau diese
Quellenforschung zu betreiben, sprach Franz
X.A. Zipperer mit Carl-Otto Wenzel von der
Hamburger Firma Wenzel Consulting AG und
mit Thorsten Sträter von der 4Spa GmbH
aus Bad Reichenhall.
Der Mensch im Mittelpunkt
Um den Zugang zum Prozess
von der aufkeimenden Badidee bis hin zur
Realisierung und zum Betrieb zu bekommen,
halten wir es doch zunächst mal mit
Paul Henckels aus der „Feuerzangenbowle“.
Stellte er doch die wunderbare Frage in
den Raum, „wat es en Dampfmaschin?“
Dann fuhr er fort, „da stellen mer
uns mal janz dumm“. Wird nun die Dampfmaschine
zu Consulting, dann bleibt als nächster
Schritt das Dummstellen erhalten. Dies erlaubt
den freien Blick auf das höchstkomplexe
Feld des Prozesses einer kommunalen Badplanung
und -ausführung. Und nur um die geht
es hier. Obwohl es selbstverständlich
sein sollte, sei hier noch mal darauf hingewiesen,
dass kommunale Badplanung sich zunächst
nicht dem Profitdenken und dem Ziel der
maximalen Wertschöpfung unterordnen
darf, sondern im Rahmen der Verpflichtung
zur Daseinsvorsorge für Menschen gebaut
wird. Und dies in zweifacher Hinsicht: für
die zukünftigen Besucher und für
die Menschen, deren zukünftiger Arbeitsplatz
diese Badanlage ist.
Vor- und Entwurfsplanung
Dies muss der Ausgangspunkt
jeglicher Analytik sein. Dies muss gleichfalls
die Basis für jegliches Consulting
sein. Einen Berater hinzuziehen heißt
zwar, sein Know-how und seine Erfahrungswerte
für die Planung, den Bau und den Betrieb
nutzbar zu machen. Es wäre dann schon
falsche Eitelkeit, die Erkenntnisse und
Analysen anderer Experten zu ignorieren.
Schließlich hat man nicht so viel
Zeit, alle Fehler selber zu machen. Es bedeutet
aber nie, ihm das Feld zu überlassen.
Auch für den Consultant muss seitens
des Bauherrn ein klares Briefing her. Bei
Wahl eines Beraters ist dafür Sorge
zu tragen, dass er unabhängig in jeglicher
Hinsicht ist und somit keine eigenen Interessen
die Planung tangieren. Ein potenzieller
Lieferant sollte in keinem Fall für
eine solche Aufgabe in Frage kommen. Nur
so ist gewährleistet, dass der Consultant
den „Über“-blick behalten
kann. Wenn also der Mensch der Ausgangspunkt
ist, darf nie nur auf die eng umgrenzte
Kommune hin gedacht werden. Sondern die
Betrachtung muss interkommunal, zumindest
auf das mittlere Einzugsgebiet, gerichtet
sein. Aus dieser Analyse heraus ergibt sich,
welche inhaltlichen Segmente in der Umgebung
durch vorhandene Anlagen und Einrichtungen
schon längst abgedeckt sind. Nur so
werden Angebotsnischen sichtbar, die dann
besetzt werden können. Und nur so entsteht
die Möglichkeit, eine Badanlage zu
realisieren, die bedarfsgerecht ist und
mit der die Kommune dann auch wirtschaftlich
zurechtkommt.
Dialog, Kommunikation
und Kooperation
Aus der vorgenommenen Analyse
kann der Consultant gleichsam eine Art Landkarte
zeichnen dessen, was bereits im definierten
Einzugsbereich vorhanden ist und wo die
Nischen genau sind. Dies nicht nur in inhaltlicher
Hinsicht, sondern auch örtlich. Aus
beiden Informationssträngen lässt
sich die erforderliche Anlagendefinition
vornehmen. Diese fließt dann als Vorgabe
in die Ausschreibung beziehungsweise den
Wettbewerb ein. Es steht außer Frage,
dass die Beratung in Richtung Anlagendefinition
sich nicht nur auf Teile der Anlage, sondern
stets auf die Gesamtanlage erstrecken muss.
Dazu gehören zum Beispiel auch verkehrsplanerische
Maßnahmen wie Anfahrt und Parkplätze.
Dieser Aspekt wird hervorgehoben, weil darüber
der erste Kontakt mit einer Badanlage entsteht.
Hier können ein Großteil der
Vorschuss-Sympathiepunkte leichtfertig verspielt
werden, weil etwa den Abbiegespuren zu wenig
Raum zugedacht wurde oder nicht auf die
einfacher anfahrbaren Schrägparktaschen
gesetzt wurde. An diesem Beispiel wird unmittelbar
deutlich, dass hier nie die Rede von einem
Consultant sein kann – es geht immer
um ein Team. Damit rücken weitere wichtige
Kernpunkte in den Fokus. Wie immer, wenn
es um mehrere Beteiligte an einem Prozess
geht, ist den Aspekten Dialog, Kommunikation
und Kooperation besondere Aufmerksamkeit
zu widmen. Bei Bauvorhaben dieser Größenordnung
ist klar, dass manchmal modifiziert werden
muss. Dann muss beispielsweise der Architekt
rückkoppeln. Unter Leitung des Consultants
muss auf die Vorgaben geschaut werden und
auf die sich ergebenden Veränderungen.
Damit auch die Ziele in der Gesamtschau
nicht geopfert auf der Strecke bleiben,
muss der Consultant von Beginn an ganz tief
in die funktionalen Abläufe gehen.
Nur so kann er im Umsetzungsprozess erkennen,
wenn funktionale Abläufe zum Beispiel
räumlich behindert werden. Nur so kann
er darauf hinweisen, dass eine solche Änderung
nur mit zusätzlichen Mitarbeitern ausgeglichen
werden kann und neben Reibungsverlusten
immenses Geld kostet. Ein Consultant, der
in einer solchen Situation nicht über
Kommunikationserfahrung verfügt, ist
absolut fehl am Platz.
Trendanalyse
Was weiß ein Consultant
über Trends? Ein substanzielles Wissen,
ohne das eine langfristige Planung nicht
auskommen kann. Andererseits muss eine Anlage
bis zu 25 Jahre funktionieren, vorher hat
sie ihr Geld nicht verdient. So sollte der
Consultant einen langfristig stabil laufenden
Trend von einem reinen Modetrend unterscheiden
können. Ein solcher langfristiger Trend
könnte sein, Anlagen durch Einrichtungen
für Prävention zu ergänzen,
dies sollte ein stabiler Trend für
die nächsten 15 bis 20 Jahre sein.
Trotz der Nichtberechenbarkeit von modischen
Trends steht der profunde Consultant diesen
nicht hilflos gegenüber. Er ist in
der Lage, das Konzept so zu gestalten, dass
eine gewisse Flexibilität auch in der
fertigen Anlage bleibt. Die Anlage sollte
so gebaut sein, dass sie Schnittstellen
aufweist, wo neue Einbauten angedockt werden
können. Rastermasse, Raumhöhen,
Fassadenelemente und Einbauten sind dann
so gestaltet, dass der eine oder andere
Bereich mit sehr geringem Kostenaufwand
ausgetauscht werden kann, vergleichbar dem
Shop-in-Shop-System moderner Kaufhäuser.
Deutlich wird hier, eine erfolgreiche Anlage
ist dem „Work-in-progress-Prinzip“
unterworfen.
Ökologie
Immer mehr wird ein guter
Consultant bei der Badanlagenplanung auch
ökologische Aspekte ins Blickfeld rücken.
Zwei Knackpunkte seien hier stellvertretend
behandelt: Energieeffizienz und die Ressource
Wasser. Im Bereich der Energieeffizienz
weist er die vorhandenen Möglichkeiten
zur Nutzung von Energieeffizienzpotenzialen
aus. Das Spektrum möglicher Maßnahmen
reicht von verbessertem Wärmeschutz
über Gebäudelüftung, Kühlung,
Beleuchtung, Stromverteilung, Bürogeräte
sowie sonstige elektrische Anwendungen.
Außerdem sollte stets der Einsatz
von Kraft-Wärme-Kopplung sowie erneuerbarer
Energiequellen geprüft werden.
Trotz der Tatsache, dass etwa 70 Prozent
der Erdoberfläche von Wasser bedeckt
ist, sind die Süßwasservorkommen
vergleichsweise gering. Nur etwa 1 Prozent
(bezogen auf die /0 Prozent ???) ist für
den Menschen nutzbar. Da die Begrenztheit
der Ressource Wasser zu den am meisten unterschätzten
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählt,
wird jeder an die Zukunft denkende Consultant
den verantwortungsvollen Umgang mit den
Wasserressourcen auch beim Badbau unnachgiebig
einfordern. Die technischen Möglichkeiten
lassen dies zu.
Kostenfaktor Consultant
Consultants sind ein zusätzlicher
Kostenfaktor. Klar. Vordergründig erstmal
ja. Aber ein guter Consultant verdient für
seine Kunden sehr viel mehr Geld, als er
kostet. Denn er wird immer aus dem Markt
und den Erfordernissen der Daseinsvorsorge
heraus das zulässige Investitionsvolumen
errechnen. So kann in einem zweiten Schritt
herausgefiltert werden, was die Kommune
genau ausgeben kann und welche Fördermittel
gegebenenfalls noch zusätzlich zur
Verfügung stehen. Das Geld, das im
Zuge des Consulting-Prozesses insgesamt
gespart werden kann, kann ein Vielfaches
dessen sein, was den Kostensatz des Consultants
ausmacht.
Consulting ist für
alle da
Fazit: Es wurde aufgezeigt,
welche hohen Anforderungen in Bezug auf
Kenntnisse, Erfahrung, Prozessbeobachtung
und Dialogfähigkeit an einen Consultant
gestellt werden müssen. Zudem wurde
deutlich, dass unter monetären Aspekten
jedes Projekt, egal welcher Größenordnung,
sich die Wissensquellen eines Consultants
erschließen sollte. Denn gut beraten
ist besser gespart und noch besser umgesetzt.
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